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09.08.2016

Wir setzen auf Kontinuität und neue Kompetenzen

Der vwd portfolio manager ist seit 1998 auf dem Markt und heute bei fast 600 Kunden in Deutschland, der Schweiz, Luxemburg, Österreich und Liechtenstein im bewährten Einsatz. Torsten Reischmann, Executive Director Product Management, und Timo Jakob, Director Software Development, erklären im Gespräch, worauf es bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung ankommt.


Wie bleibt vwd für Kunden des vwd portfolio manager auch zukünftig der richtige Partner?

Torsten Reischmann: Wir haben den Nutzungsumfang des vwd portfolio manager enorm erweitert. Inzwischen ist er für viele Zielgruppen eine optimale Lösung: Private-Banking- und Wealth-Management-Kunden, Vermögensverwaltungen, unabhängige Vermögensverwalter, Stiftungen sowie Family Offices können damit alle Prozessstufen des Portfoliomanagements abdecken, von der Planung über die Realisierung bis zur Kontrolle. Zugleich ist dies auch die Basis für den seit 2013 verfügbaren vollintegrierten Kundenberater- und -betreuerarbeitsplatz vwd advisory solution sowie für aktuelle Entwicklungen im Kontext der Endkundenkanaldigitalisierung.

Was war das Besondere an der Nutzungserweiterung?

Reischmann: Wir haben die gesamte Business-Logik, die extrem komplex ist und sehr viel Know-how erfordert, modularisiert und in eine eigenständige Middleware umgewandelt. Darauf basierend haben wir ein neues Frontendframework in deutlich modernerer Technologie geschaffen und davon ausgehend die vwd advisory solution entwickelt. Das ist eine webbasierte, vollständig integrierte Oberfläche, die alle Informationen über Kunden oder Kundengruppen eines Kundenbetreuers oder -beraters, Workflows für die Beratung und -Betreuung sowie Realtime- Finanzmarkt- und Börseninformationen verknüpft. Diese vollständige Integration mit einem ausgewachsenen Marktdatensystem, dem vwd market manager web, ist einzigartig.

Woher kommen die Ideen für eine kontinuierliche Weiterentwicklung?

Reischmann: Wir leiten aus dem Markt Hypothesen für künftige Entwicklungen ab. Die Grundlagen dafür sind eine internationale Trendbeobachtung sowie der intensive Austausch mit Kunden und Potenzialkunden. Dafür gilt es dann, Lösungen zu finden und zu testen. Dann müssen wir priorisieren und überlegen, wie wir möglichst viel als Standard mit einer gewissen flexiblen Individualisierungsmöglichkeit implementieren, und wofür es eher einer Individualentwicklung bei Kunden bedarf.

Wie geht vwd bei der Entwicklung neuer Lösungen vor?

Reischmann: Wir skizzieren, wohin der Markt sich unserer Meinung nach  bewegen wird, und welche Lösungsansätze wir dafür sehen. Mit dieser Idee gehen wir zu Kunden, von denen wir aufgrund der guten Beziehungen wissen, dass sie sich gerade damit beschäftigen. Wenn diese ersten Akzeptanztests positiv ausfallen, stellen wir die Idee bei unserem jährlichen Anwendertreffen vor, wo sich Banken, Vermögensverwalter, Family Offices und Stiftungen zum Austausch treffen. Das hilft uns, ein noch tieferes Verständnis zu entwickeln, das hilft aber auch den Kunden, weil sie mit Marktteilnehmern im gleichen  Segment zusammenkommen.

Und was passiert, wenn Anforderungen von Kundenseite umgesetzt werden?

Timo Jakob: Wir versuchen zunächst, ein Bild zur hierfür notwendigen technologischen Architektur zu schaffen. Dafür vergleichen wir alle aktuell am Markt verfügbaren Informationstechnologien und wählen die Variante aus, mit der sich das neue Feature am besten in unsere Lösungen platzieren lässt. Die Integration ist wichtig, es darf kein Satellitensystem entstehen.

Wie lange dauert dieser Prozess?

Jakob:
Je nach Größe des Funktionsbausteins kann es bis zu einem halben Jahr dauern, bis die ersten Funktionalitäten integriert sind. Bei einem Start-up kann das eventuell etwas schneller gehen, weil man auf der grünen Wiese beginnt und nur diese eine Funktionalität zur Verfügung stellt. Wir bieten im Gegensatz dazu ein Ergebnis, das sich optimal in unsere bereits bestehenden Systeme einfügt, unsere hohen Qualitätsstandards erfüllt und sich auf bereits bewährte Komponenten stützt. Wir entwickeln also ein Puzzleteil, das sich  perfekt an der optimal geeigneten Stelle in das bereits bestehende Bild  einpasst.

Reischmann: Hinzu kommt, dass wir die Release-Frequenz nicht beliebig erhöhen können. In den Unternehmen hängen an einem Release aufwändige Prozesse. Es müssen Regressionstests stattfinden, die Compliance-Abteilungen müssen eingebunden werden und vieles mehr. Die Herausforderung für unsere Kunden besteht darin, sich regulatorisch  angemessen und revisionstechnisch stabil zu organisieren. Dabei können wir mit unserer Software unterstützen und sollten nicht unnötig Aufwand  erzeugen.

Dafür benötig vwd umfassendes Wissen über kundeninterne Abläufe …

Jakob: Hier spielt Erfahrung eine große Rolle. vwd ist schon sehr lange am Markt und kann auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Gleiches gilt für die Teams, die oft aus langjährigen Mitarbeitern bestehen. Wir haben  immer ein offenes Ohr dafür, was sich sowohl bei unseren Kunden als auch in der technologischen Entwicklung tut. Das bringen wir dann zusammen.

Welche Bedeutung haben neue Impulse?

Jakob: Es ist immer wichtig, neue Impulse zu bekommen und einen frischen Blick dafür zu haben, was man vielleicht noch besser machen könnte. Das gilt für neue Trends aus anderen Branchen und Segmenten sowie auch für die Marktseite. Hier schauen wir zum Beispiel nach internationalen Entwicklungen, die für uns relevant sein könnten und bereits weiter fortgeschritten sind als in Deutschland. Das gilt aber auch für interne Fortbildungen und neue Mitarbeiter. Das Thema Talentmanagement gewinnt bei vwd zunehmend an Bedeutung.

Worauf legt vwd bei der Gewinnung von Mitarbeitern Wert?

Reischmann: Um insbesondere die Themen Regulierung und Digitalisierung in einer angemessenen Geschwindigkeit aufgreifen zu können, haben wir die Mitarbeiterkapazitäten erweitert und offene Stellen inzwischen komplett  besetzt. Dabei haben wir darauf geachtet, eine gute Balance zwischen  Kontinuität und neuen Kompetenzen zu finden, also zwischen langjährigen, erfahrenen Mitarbeitern und neuen Kollegen, die den Markt gut kennen, Praxiserfahrung von Kundenseite mitbringen und idealerweise unsere Systeme dort schon genutzt haben. Perspektivisch werden wir auch weitere junge Talente von den Universitäten dazu holen und aufbauen.

Seit der FinTech-Welle bewegt sich vwd in einem Umfeld, das deutlich mehr Aktivität fordert. Wie gehen Sie damit um?

Jakob: Für uns ist das extrem spannend, weil es uns die Möglichkeit eröffnet, auch größere Initiativen aufzusetzen, anstatt uns lediglich auf neue Features oder Modulblöcke zu konzentrieren. Es ist ein großer Unterschied, ob vorformulierte Anforderungen umgesetzt oder ganz neue Ideen entwickelt werden. Wir mussten uns dafür im Produktmanagement und in der Entwicklung angemessen aufstellen, und das haben wir geschafft.

Reischmann: Wir haben auch die Entwicklungsprozesse umgestellt, um insbesondere den beiden Anforderungen „stabil“ und „schnell“ gerecht zu werden. Wir orientieren uns dazu an einem Framework, das dazu gedacht ist, die Anforderungen sehr schnell herunterzubrechen und so aufzubereiten, dass es der Entwicklung leichter gemacht wird, in kürzeren Intervallen Softwareversionen zu liefern, die schon getestet wurden und theoretisch Release-fähig sind.

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