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Transformation in der Asset Management Industrie

Die Asset Managemt Industrie (kurz AMI) erlebt zurzeit ihre größte Transformation. Veränderungen in der Regulatorik und die Digitalisierung zwingen die Industrie, ihre Struktur und ihre Organisation anzupassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Einführung von MiFID II und die neue PRIIPs-Verordnung (zunächst für die Versicherungsindustrie) bis Ende 2017 zeigen erneut die Schwächen und größten Herausforderungen für die Branche.

Abb. Danny Bresseleers

Ein Interview mit Danny Bresseleers
Executive Director Product Management
vwd group

"In naher Zukunft wird es von großer Bedeutung sein, dass 'Social Media Branding' Teil der Marketingkultur eines Asset Management-Unternehmens wird und damit schnelle Transaktionen ermöglicht. Um in den kommenden Jahren erfolgreich zu sein, sind effiziente Prozesse und Strukturen nötig, damit die Transformation in die 'neue' Realität gelingt."

Worin liegen die Schwächen begründet?

Seit Jahren lag der Fokus auf der Preisgestaltung und dem Portfoliomanagement der Fonds. Dabei wurde die Tatsache vernachlässigt, dass Daten für die Erfüllung der regulatorischen Vorgaben und für Marketingzwecke zu Grundpfeilern für den Erfolg des Unternehmens wurden.

In einem sich schnell verändernden Umfeld ist eine gute und verantwortungsvolle Datenverwaltung wichtiger denn je. In einer Welt, in der Excel und "Data Crunching" noch immer tagtäglicher Standard sind, machen die neuen regulatorischen Vorgaben deutlich, dass hohe Qualität und einfacher Zugang zu Informationen eine Notwendigkeit sind.

Wie bereitet sich die AMI auf die Veränderungen vor?

Die meisten Akteure betrachten die "Output-Seite" ihrer MiFID II und PRIIP Prozesse genau. Die Datenbasis ist aber der eigentliche Schlüssel, um die Anforderungen zu erfüllen. Mit der Definition, was ausgeliefert werden muss, begann die aufwändige Suche nach den benötigten Daten.

Ein dezentraler Datenabrufprozess wurde eingerichtet, um den gewünschten Output zu erhalten. Ergebnis dieses Vorgehens ist eine Organisation, die sich durch ineffiziente Prozesse und durch das Fehlen einer Fokussierung immer weiter lähmt. Die Industrie muss daher zu ihrem Kerngeschäft zurückkehren und sich auf das Asset Management konzentrieren, anstatt auf Nebenschauplätzen Zeit zu verlieren.

Wie kann ein externer Dienstleister die AMI sinnvoll unterstützen?

Der Ruf nach einer "golden source", die alle Informationen und Services aggregiert und bereitstellt, wird mit jeder vom Gesetzgeber geforderten Änderung größer. Die vwd group unterstützt die AMI, damit diese sich wieder auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren kann.

Abb. Data Warehouse

Wobei genau können Sie die AMI unterstützen. Welche Dienstleistung kann an Sie ausgelagert werden?

Die vwd group aggregiert nicht nur alle benötigten Informationen, sondern intergriert auch eine Qualitätssicherung. Diese stellt sicher, dass alle Daten den hohen Qualitätsstandards entsprechen, die in den gesetzlich vorgeschriebenen Dokumenten gefordert werden.

PRIIPs und MiFID-Lösungen bieten ein integriertes Workflow-Management, das auf die Inhalte einer privaten Cloud zurückgreift. Ein eingebettetes Rollen und Rechte-System, sorgt dafür, dass keine Dokumente ohne die erforderlichen Genehmigungen veröffentlicht werden können.

Das Herz des Systems ist ein zentrales Data Warehouse, in dem mehrere Datenquellen integriert werden können. Verschiedene Arten von Formaten können so konfiguriert werden, dass ein automatisierter Mapping- und Importvorgang nebender manuellen Eingabe über eine Benutzeroberfläche möglich ist.

Während des Datenimports kontrolliert ein automatisierter Prozess im Hintergrund, ob der Inhalt mit dem erforderlichen Qualitätsniveau übereinstimmt, das für die Erstellung der Dokumente oder anderer Ausgaben erfoderlich ist. Da der Inhalt in einer privaten Cloud gespeichert und zentralisiert wird, könnendie Informationen für mehrere Publikationen verwendet werden, ohne dass es zu Diskrepanzen zwischen den verschiedenen Publikationen kommt.

Offene Schnittstellen ermöglichen eine einfache Anbindung an Web Publishing, Berechnungen, Distribution oder Dokumentenerstellung. Die Verwendung einer "golden source" ermöglicht die Erstellung und Verteilung aller rechtlichen und vermarktungsgesteuerten Publikationen, ohne die Qualität der verwendeten Informationen hinterfragen zu müssen.

Ist das Datenmangement also die größte Herausforderung der AMI?

Wer über kein effizientes Datenmanagement verfügt, wird immer größere Probleme haben, sich den zukünftigen Herausforderungen des regulatorischen Reportings und der Digitalisierung zu stellen. Eine weitere Veränderung bringt die Generation Y (kurz Gen Y) mit sich.

Welche Anpassungen und Änderungen müssen vorgenommen werden, um diese Zielgruppe adäquat zu erreichen?

Hier ist insbesondere das "Onboarding" der Generation Y entscheidend und wird die nächste große Aufgabe sein. Diese Generation wird kurzfristig zur wichtigsten Zielgruppe der AMI. Sie gehen mit Informationen und Dienstleistungen ganz anders um als die älteren Generationen. Die Gen Y ist es gewohnt, Informationen mit wenigen Klicks zu finden und neigt dazu, Lösungen über Social Media zu suchen.

In naher Zukunft wird es von großer Bedeutung sein, dass "Social Media Branding" Teil der Marketingkultur eines Asset Management-Unternehmens wird und damit schnelle Transaktionen ermöglicht. Um in den kommenden Jahren erfolgreich zu sein, sind effiziente Prozesse und Strukturen nötig, damit die Transformation in die "neue" Realität gelingt. Asset Manager müssen daher jetzt ihre Strukturen, Prozesse und ihr Branding überdenken, damit sie den Anforderungen gerecht werden und für die Zukunft vorbereitet sind.