Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Aktuelle Neuigkeiten

Was wird aus dem UCITS-KIID ab 2020?

Ärger und Verwirrung um das UCITS*-KIID

 

Wenige Monate nach Inkrafttreten der PRIIP-Verordnung kann nun eine erste Bilanz gezogen werden. Grundsätzlich positiv bewertet wird der Vorstoß, europaweit einheitliche Produktinformationen in leicht verständlicher Sprache dem Privatanleger zur Verfügung zu stellen. Demgegenüber kritisch eingestuft werden jedoch die Umsetzungsvorgaben, die insbesondere hinsichtlich der zu berechnenden Kennzahlen zu – zum Teil – schwer nachvollziehbaren Ergebnissen führen. Zusätzlich gibt es noch weitere Unklarheiten, wie z. B. der Umgang mit dem bestehenden UCITS-KIID und dem neuen PRIIPs-KID ab 2020. Verbände und Vertreter der Finanzbranche fordern von der EU-Kommission, die aufgedeckten Mängel rasch zu beseitigen, damit noch vor den im Mai 2019 stattfindenden Europa-Wahlen Anpassungen in Angriff genommen werden können.

 

Lesen Sie im nachfolgenden Interview mit Torsten Lange, Produktspezialist bei vwd für regulatorische Lösungen, wie er die aktuelle Situation und zukünftige Entwicklungen einschätzt.

Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte, Herr Lange?

Die Forderungen der Verbände und Vertreter der Finanzbranche sind absolut berechtigt. Nach heutigem Stand endet zum 31. Dezember 2019 die für Investmentfonds eingeräumte Übergangsfrist zur PRIIP-Verordnung. Mit Blick auf die aktuelle Rechtslage ist eine mögliche Auslegung, dass die Bereitstellung von zwei regulatorischen Pflichtpublikationen mit zum Teil stark abweichenden Informationen notwendig wäre. Die EU-Kommission erwägt, beide Dokumente auf Basis ihrer rechtlichen Rahmen (UCITS & PRIIP) ab 2020 parallel laufen zu lassen und gegebenenfalls ein drittes Erläuterungsblatt zu entwickeln, um die Verständlichkeit der Informationen für Anleger sicherzustellen.

Das wäre allerdings völlig am eigentlichen Ziel vorbei, und schafft nicht mehr, sondern weniger Transparenz und bietet zudem keine einheitliche Entscheidungsgrundlage für Käufer von Finanzprodukten. Ziel sollte sein, dass der Anleger nur noch ein EU-einheitliches Informationsblatt für das jeweilige Finanzinstrument ausgehändigt bekommt.


Herr Lange, das klingt nach einem Idealziel. Denken Sie das ist erreichbar? Im Moment stellt sich eher die Frage, ob die geforderten Nachbesserungen an der aktuellen PRIIP-Verordnung noch vor den Europa-Wahlen beschlossen werden.


Die Europäische Kommission steht aktuell unter großem Handlungsdruck. Zwischen Verbänden und Behörden entstanden erst kürzlich sehr kontroverse Diskussionen über eine Verlängerung der Übergangsphase für UCITS oder ein fortbestehen beider regulatorischen Dokumente ab 2020. Die EU-Kommission hat bis Dezember 2019 drei Handlungsmöglichkeiten:

Das realistischste Szenario ist, dass ab 2020 für alle OGAW-Fonds ein PRIIPs-KID anstelle eines OGAW-KIID (= UCITS-KIID) bereitzustellen ist. Diese Variante erfordert nun ein schnelles Handeln der EU-Kommission, um die Problemfelder wie z.B. die Kennzahlenberechnung der Performance-Szenarien oder die Methodik zur Kostenberechnung und Darstellung zügig zu überarbeiten, damit genügend Zeit zur Umsetzung der PRIIP-Anforderungen bleibt.

Ein zweites Szenario wäre die Übergangsregelungen der PRIIP-Pflicht für Investmentfonds zu verlängern. Geht es beispielsweise nach der britischen Investment Association (IA) und dem Verband für Kapitalverwaltungsgesellschaften und Fonds (BVI), sprechen der von Verbänden und Behörden aufgezeigte Anpassungsbedarf, als auch die Unklarheit über das weitere Vorgehen der EU-Kommission, für eine Verzögerung der Einführung der PRIIP-Verordnung für UCITS. Anfang Okto-ber haben entgegen dieser Annahme die europäischen Finanzaufsichtsbehörden (European Su-pervisory Authorities, ESA) der EU-Kommission Ihre Unterstützung in einem Brief versichert. In Zusammenarbeit mit allen Beteiligten soll noch im Q4 2018 das Feedback zusammengestellt werden, sodass konkrete Änderungsvorschläge bereits im Q1 2019 an die EU-Kommission übermittelt werden können.

Ein drittes, aber inzwischen recht unwahrscheinliches Szenario wäre, wenn das OGAW-KIID auch nach 01.01.2020 als gleichwertiges Dokument zum PRIIPs-KID, trotz dessen Einführung, erhalten bleibt. Dies wäre für alle Beteiligten die schlechteste Variante, da dieses Vorgehen entgegen dem Grundsatz eines einheitlichen Informationsdokuments für alle PRIIPs steht und somit die Ziele der PRIIP-Verordnung untergräbt.

Wie ging vwd mit den Entwicklungen und Änderungen in der bisherigen PRIIP-Verordnung um? Können Sie uns ein Beispiel geben?

vwd ist auch bei den regulatorischen Lösungen und Produkten flexibel gegenüber Marktveränderungen. Egal wie die EU-Kommission sich im Hinblick auf die Fondsindustrie entscheidet – wir sind vorbereitet.
Zum Beispiel gab es Mitte Juli diesen Jahres mit den überarbeiteten PRIIPs-Q&As der ESAs eine Anpassung hinsichtlich der Annualisierung bei der Performance-Darstellung. Daraus resultierte in der Standardauslegung eine Anpassung unseres Rechenkerns sowie der Muster-Templates der Strukturen in unserem Template Manager, die wir zeitnah bis Ende August abgeschlossen haben.

Wie lief die Einführung der neuen PRIIP-Verordnung zum Jahreswechsel?


Wir sind stolz darauf, dass die Einführung gut lief, unsere IT-Systeme seit Beginn im Januar 2018 stabil laufen und unsere Service Applikation, der vwd template manager, bei den verschiedensten Kundengruppen zum Einsatz kommt und das mit zahlreicher, positiver Resonanz.
Natürlich gibt es bei so einem komplexen System und den verbundenen Prozess-Umstellungen auch mal kleinere Störungen, die jedoch alle zeitnah behoben werden konnten. Wir stehen mit unseren Kunden bei Problemen oder Anpassungen in direktem Kontakt. Ständiges Feedback ist zentral für die Weiterentwicklung unserer Produkte.

Zeit für Ihr Feedback
Wir möchten Sie gerne zu unserer nächsten Veranstaltung, dem BVI-Event am 27.11.2018 in Frankfurt, einladen. Überzeugen Sie sich von unserem Angebot und starten Sie mit uns den Branchen-Dialog.

Anmeldung hier.

Noch eine abschließende Frage: Warum sollte man sich für den vwd PRIIP-Service entscheiden?

Wir helfen unseren Kunden die komplexen, regulatorischen Anforderungen effizient und mit bestmöglichem Ergebnis zu erfüllen. Dabei profitieren alle von unserer einheitlichen Plattformstrategie, die durch jahrelange Erfahrung und Marktkenntnis umgesetzt wird. Wir glauben an den Finanzmarkt und unterstützen unsere Kunden mit regulierungskonformen Daten, Dokumenten und Lösungen sich wieder mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können. Wir sind bestens vernetzt mit nationalen und europäischen Aufsichtsbehörden und können so in einem komplexen Markt besonders schnell reagieren.
vwd als Full-Service-Anbieter bietet alles aus einer Hand.

Hier informieren wir Sie über unsere umfassenden Lösungen für KVGen und Versicherer sowie regulatorisch konformen Berechnungen, die wir für Ihre PRIIPs-Produkte übernehmen.


Weitere interessante Themen finden Sie im aktuellen vwd Newsletter.

 

*UCITS= Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities = engl. Übersetzung für OGAW = Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren